Wir setzen Sie in Szene
Vitafilm ist ein ganz persönliches Projekt. Eigentlich produzieren wir als ehemalige Journalisten Filme für Unternehmen – über Auszubildene und Manager, über Produkte oder Dienstleistungen. Vitafilm ist entstanden, weil wir Fragen an unsere Eltern hatten, für die es lange an einem Gesprächsrahmen fehlte. Und dabei haben wir gespürt: Nichts ist spannender als Geschichten, die das Leben schreibt – mit allen seinen Höhen, Tiefen und Überraschungen.

Volker Müller
Manchmal merkt man erst viel zu spät, was man nie gefragt hat. Als ehemaliger Journalist bei WirtschaftsWoche und Financial Times, habe ich ein Leben lang über andere geschrieben. Doch die wichtigste Geschichte kannte ich nicht: die meiner eigenen Eltern.
Sie waren immer da. Ganz selbstverständlich. Aber über ihr Leben, ihre Träume, ihre Kindheit und das Erwachsenwerden wusste ich wenig. Was hat sie geprägt? Wonach haben sie gestrebt?
Jetzt, da ihre Kraft schwindet, wollte ich die letzte Chance nutzen, genau das für mich und meine Kinder festzuhalten – so lebendig und authentisch wie möglich.
Von der Generation meiner Eltern gibt es wenige Bilder, kaum private Filme, keine Briefe. Das wenige, was ich über meine Eltern wusste, stammte aus den Gesprächen meiner Kindheit. Erst jetzt, im Interview mit Kamera, ergab sich Raum für das, was sonst oft ungesagt bleibt.
Es war der Ausgangspunkt für Vitafilm.

Apo Genc
Als Filmemacher erzähle ich seit fast 15 Jahren die Geschichte von Unternehmern, Machern und (Alltags-)Künstlern vor der Kamera. Doch mein wichtigstes Porträt entstand erst vor Kurzem – und ganz privat: das meiner Eltern.
Anfang der Siebziger Jahre kamen sie aus der Türkei nach Deutschland. So bin ich in Schleswig-Holstein zwischen den Kulturen groß geworden, mit türkischer Sprache und deutschem Alltag, mit zwei Heimaten, aber manchmal auch ohne feste Zugehörigkeit. Heute versuche ich, meinen eigenen Kindern ein Gefühl für diese Herkunft mitzugeben – nicht als Pflicht, sondern als kultureller Reichtum.
Als ich vergangenes Jahr mit Volker Müller den ersten Vitafilme plante, wusste ich sofort: Auch die Geschichte meiner Eltern gehört bewahrt. Ihr Lebensweg ist Teil seiner eigenen Identität – und zugleich ein Stück Zeitgeschichte. Denn Filme sind zwar mein Handwerk – aber Erinnerung ist eine Motivation, die ihresgleichen sucht.